Der Olivenbaum – eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt

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Die Geschichte des Olivenbaums (Olea europaea) begann vor rund 7000 Jahren in Mesopotamien. Hier sollen die ersten Olivenbäume als Kulturpflanzen gezogen worden sein. Die verschiedenen Quellen zeigen jedoch auch andere Zeiten an – so ist unter anderem nachzulesen, dass bereits von 9000 Jahren die ersten wilden Olivenkerne verwendet wurden – diese sollen bei archiologischen Ausgrabungen gefunden wurden sein. Auch in der griechischen Sage finden sich Passagen, welche auf die Nutzung der Oliven hinweisen. Er gilt als Geschenk der Götter.

Grund genug, um einiges über diesen besonderen Baum in Erfahrung zu bringen:

Habitus und Stamm

Stamm eines alten Olivenbaums

Stamm eines alten Olivenbaums auf Sardienen

 

Der Olivenbaum wächst als reich verzweigter, immergrüner Baum oder Strauch und erreicht (je nach Sorte) Wuchshöhen von 10 bis zu 20 Meter. Die wilden Olivenbäume sind kleiner als die Züchtungen. Der Olivenbaum benötigt viel Zeit zum Wachsen, kann jedoch mehrere hundert Jahre alt werden. Das Holz ist langsam wachsend. Junge Zweige sind etwas kantig. Die grüngraue, glatte Rinde wird im Alter zu einer rissigen Borke.

Die Olivenbäume in den Olivenhainen werden zur besseren Ernte beschnitten, damit sie kleiner bleiben. Dabei gilt im Allgemeinen die Regel: je krummer und knorriger, desto besser der Ertrag.

Blatt

Vorder- und Rückseite der Laubblätter des Europäischen Olivenbaumes.

Der Olivenbaum ist eine immergrüne Pflanze, das heißt, er verliert zu keiner Jahreszeit all sein Laub, sondern mehrere Jahre alte Blätter werden jahreszeitunabhängig abgeworfen. Die gegenständigen, kleinen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 2 bis 5 mm lang. Die einfache, ledrige Blattspreite ist schmal lanzettlich bis elliptisch, selten schmal eiförmig, 1,5 bis 10 cm lang, 0,5 bis 2 cm breit, ganzrandig und läuft lanzettenförmig spitz nach vorne zu. Auf beiden Seiten der Mittelrippe befinden sich 5 bis 11 Hauptseitennerven. Die Blattoberseite ist graugrün. Die silbrig glänzende und grau gefärbte Blattunterseite besitzt kleine Härchen; sie sind als Sternhaare oder sternförmige Schuppenhaare ausgebildet, die die Wasserabgabe des Baumes vermindern, indem sie die Diffusion von Wasserdampf aus den Spaltöffnungen vermindern.

Blütenstand und Blüte

Abhängig vom Verbreitungsgebiet blühen Olivenbäume von Ende April bis Anfang Juni. An end- oder seitenständigen, 2 bis 4 cm langen, rispigen Blütenständen stehen zwischen 10 und 40 Blüten.

Die fast sitzenden, vierzähligen Blüten des Olivenbaumes sind zwittrig, können aber funktional eingeschlechtig sein und besitzen eine doppelte Blütenhülle (Perianth). Die vier Kelchblätter sind 1 bis 1,5 mm lang. Die vier weißen bis gelblichen, 2,5 bis 4 mm langen Kronblätter sind zu einer etwa 1 mm langen Kronröhre verwachsen, die in vier elliptisch-länglichen, involuten, 1,5 bis 3 mm langen Kronlappen endet. Jede Blüte enthält vier Staubblätter und zwei Fruchtblätter.

Wird der Baum durch Trockenheit oder Nährstoffmangel etwa sechs Wochen vor der Blüte gestresst, verringert sich der Ertrag, weil die Blütenzahl vermindert wird und Blüten nicht zum Fruchten kommen. Die meisten Sorten sind selbstbefruchtend, wobei Fremdbestäubung meist den Ertrag steigert. Einige Sorten sind jedoch auf Fremdbestäubung angewiesen und brauchen ein genetisch verschiedenes Exemplar zur Bestäubung. Die Blüte wird über den Wind bestäubt.

Frucht und Samen

Es wird eine einsamige Steinfrucht, die Olive, gebildet. Die ellipsoide bis fast kugelige Steinfrucht weist eine Länge von 0,7 bis 4 cm und einen Durchmesser von 1 bis 2 cm auf. Der harte „Kern“, der Samen ist von weichem Fruchtfleisch umgeben. Die Farbe der unreifen Oliven ist grün, die der reifen schwarz oder violett/braun. Am ertragreichsten ist ein Olivenbaum nach etwa 20 Jahren.

Die Olive ist eine mediterrane Steinfrucht. Sie ist wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar, aber nach mehrmaligem Einlegen in Wasser, bei dem die Bitterstoffe ausgeschwemmt werden, essbar. Echte Schwarze Oliven sind voll ausgereifte grüne (olivgrüne) Oliven. Oft werden jedoch grüne, mit Eisengluconat schwarz gefärbte Oliven verkauft.

Heilkraft der Oliven

Das Öl soll den Blutdruck senken!

Das alte Wissen rund um die Oliven hat sich bis heute erhalten und wurde von der modernen Forschung bewiesen: Die Menschen rund ums Mittelmeer haben ein geringeres Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden. Dies liegt am hohen Anteil von Oliven in der mediteranen Ernährung.  Olivenöl enthält eine wertvolle Mischung aus  mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Virtamien und Spurenelementen.

Die Früchte sollen der Galle helfen!

Bereits der Verzehr von 8 Oliven täglich sollen der Galle helfen. Durch die Anregung des Gallenflusses sollen sich kleine Steine und Gries auflösen. Die antibakterielle Wirkung der Oliven kann auch Verdauungsprobleme beheben. Schon Hildegard von Bingen empfahl einen Tee aus Olivenblättern gegen Fieber und Bauchschmerzen.

Die Kraft der Blätter!

Bereits bei den alten Ägyptern wurden die Blätter des Olivenbaumes verwendet. In Ihnen steckt die ganze Kraft des Baumes. Bei Stress oder Anfälligkeit für Viren oder Erkältungen soll man einen Tee aus den Blättern des Olivenbaumes trinken. Er soll entgiften , den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken, beruhigend wirken und das Immunsystem stärken. Pro Tasse überbrüht man einen Teelöffel getrockneter Blätter und lässt diese 4 bis 8 Minuten ziehen. Diese Zeit muss man einhalten, da ansonsten die Bitterstoffe aus den Blätter ihre Wirksamkeit entfalten und der Tee bitter wird.

Rezepte!

Gesichtsmaske zur Klärung und Pflege empfindlicher Haut

  • 2 Schnapsgläser Heilerdemaske
  • 1 Schnapsglas Olivenöl

Miteinder gut vermischen und auf Gesicht und Dekolette auftragen. 10 Minuten einwirken lassen und mit einem weichen, feuchten Tuch abnehmen

Grüne Tapenade

  • 100 g grüne Oliven ohne Stein
  • 50 g gehäutete Mandeln
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 50 g Kapern
  • 8 EL Olivenöl
  • Pfeffer
  • 1 Messerspitze Honig

Die Zutaten im Mixer oder Mörser fein zerkleinern und mit dem Pfeffer und Honig abschmecken. Auf getoastem Weißbrot servieren.

Eingelegte Oliven

Oliven mit einem kleinen Messer ringsherum einritzen und in 3 Portionen aufteilen.Pflaumen-Thymian-Oliven:
Pflaumen vierteln. Knoblauch schälen und halbieren. Thymian abspülen, trocken tupfen und die Blättchen von den Stielen zupfen. Eine Portion Oliven, Pflaumen, Knoblauch, Thymian, Salz, Pfeffer und Olivenöl gut vermischen. In ein sauberes Twist-off-Glas füllen und mindestens 4 Tage durchziehen lassen.Rosa-Pfeffer-Lorbeer-Oliven:
Lorbeerblätter abspülen und trocken tupfen. Kreuzkümmel in einer Pfanne ohne Fett anrösten, herausnehmen und in einem Mörser grob zerstoßen. Mit einer Portion Oliven, rosa Pfefferbeeren, Lorbeer, Salz und Olivenöl gut vermischen. In ein sauberes Twist-off-Glas füllen und mindestens 4 Tage durchziehen lassen.Mandel-Korinthen-Oliven:
Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldgelb anrösten. Fenchelsamen in einem Möser grob zerstoßen. Zusammen mit einer Portion Oliven, heiß abgespülten Korinthen, Salz und Olivenöl gut vermischen. In ein sauberes Twist-off-Glas füllen und mindestens 4 Tage durchziehen lassen.Quelle: Wikipedia, Privatrezepte

5 Gedanken zu „Der Olivenbaum – eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt

  1. Herzlichen Dank für diesen schönen Post. Alles sehr schön eingerichtet! Aber ich habe da mal eine Frage: Wo ist der „gefällt mir“ Button Von Facebook? Liebe Grüße

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